Tutorenstunden

Das was den „Kleinen“ wohl hauptsächlich in Erinnerung bleibt und das, was sie am aller meisten vermissen, wenn es vorbei ist, sind die wöchentlichen Tutorenstunden.

Am Anfang des Schuljahres wird gemeinsam mit der Klasse nach einem Termin gesucht, an dem möglichst alle Zeit haben. Ob die Fünftklässler die Stunden dann aber auch besuchen, können sie selbst entscheiden. Die Ganztagsklasse aber hat jene als eigenes Modul im Stundenplan verankert und ist somit für diese Schüler verpflichtend. Sie dienen zur besseren Integration in das Schulleben/Schulfamilie, Konfliktlösung und Unterhaltung.

Aus Lehrer- und Tutorensicht braucht man die Tutorenstunden vorwiegend dazu, um die Klasse zu verbinden, noch etwas „Abseits“ stehende zu integrieren, ein „Wir-Gefühl“ zu schaffen und den Schülern den Einstieg in die neue Schule zu erleichtern.

Vor dem Schullandheim bereiten wir gemeinsam mit der fünften Klasse die Fahrt vor und bieten an, bei Fragen zur Verfügung zu stehen. Da die Schüler natürlich auch Tage vor der Abfahrt schon ganz gespannt und aufgeregt sind, wird dieses Angebot immer sehr gerne angenommen. Die Stunde vor der bevorstehenden Fahrt wird also meist automatisch ganz schnell in eine individuelle Fragestunde umgewandelt.

In den Tutorenstunden vor der Nikolausfeier basteln die Schüler gemeinsam mit den Tutoren Nikolausschuhe, Sterne, Engel, Bäume, etc. für ihr Klassenzimmer. Die fertiggestellten Exemplare werden dann von uns Tutoren am Tag der Nikolausfeier im Klassenzimmer aufgehängt und können am Abend von Mamas, Papas, Geschwistern, Omas und Opas bestaunt werden. Da die Nikolausfeier aber natürlich mehr braucht als nur die perfekte Dekoration studieren die Fünftklässler ganz fleißig unterschiedlichste Sachen ein. In jeder Ecke des Klassenzimmers läuft eine andere Musik. Überall wird getanzt gerappt, gedichtet und geprobt. Und da die Aufführungen natürlich alle reibungslos über die Bühne gehen müssen, belaufen sich die Proben auf eine sehr, sehr lange Zeit.

Nach der Nikolausfeier folgt dann die Faschingsfeier, welche alle fünften Klassen gemeinsam im Jugendzentrum Kirchheim feiern. Jede Klasse überlegt sich ein eigenes Motto und kommt passend zu diesem verkleidet an diesem Abend zu der Feier. Die Meinungen bezüglich des Outfits gehen aber natürlich stark auseinander. Es ist also nicht leicht sich auf ein Thema zu einigen mit dem alle zufrieden sind. Hierbei wird oft mehr als eine Tutorenstunde benötigt. Hat man das Motto aber gefunden, steigt die Vorfreunde auf die Gestaltung der Kostüme, welche allerdings zuhause erfolgt.

Allgemein steht im Vordergrund der Tutorenstunden natürlich nur eins: Spiel und Spaß.

Kennenlernspiele, Denkspiele und Bewegungsspiele, welche aus Platzgründen auch gerne draußen gespielt werden, füllen die wöchentlichen 50 Minuten.

Ob „Alle, die“, „Mein Dackel Waldemar“, „Muffinman“, „Die Bürger von Palermo“, „Das Bäumchenspiel“, „Klopfgeist“, etc. ganz egal, schon nach ein paar Stunden hat die Klasse ein absolutes Lieblingsspiel gefunden, welches natürlich dann auf jeden Fall jede Woche mindestens einmal gespielt werden muss. Hierbei sind alle immer mit großem Engagement dabei.

Mit der Faschingsfeier endet die Arbeit der Tutoren in den Klassen und auch die Tutorenstunden.

Während eben diesen wachsen Fünftklässler und Tutoren sehr stark zusammen und beiden Teilen fällt es in der letzten Tutorenstunde meist nicht sehr leicht, „Tschüss“ zu sagen. Oft, wenn man sich nach Ende der Stunden in der Aula trifft, wird man gefragt warum man nicht eventuell doch nochmal eine kleine Tutorenstunde hier und eine dort stattfinden lassen könnte, aber wir lehnen diesen Vorschlag ab. Nicht weil wir keine Lust haben, sondern weil wir unseren Teil getan haben. Wir haben die Klasse zusammengebracht und ihnen einen leichten Einstieg in das Schulleben ermöglicht. Ab jetzt müssen sie lernen alleine zurecht zu kommen. Und wenn man die Klasse nach dem ersten Halbjahr betrachtet und sie mit der Klasse am Schuljahresanfang vergleicht, kann man sich sicher sein: Das schaffen sie!

Miriam Busch