Tutorenseminar

Das Tutorenseminar gilt unter den Tutoren als absolutes High-Light des Tutorenjahres. Gemeinsam unserem perfekt eingespielten Leitungsteam (Frau Ernst und Herr Bast) fahren wir gemeinsam für drei Tage in das wunderschöne, sehr abgelegene und völlig der Natur überlassene Königsdorf.

Der Erwartungshorizont ist unter den Tutoren meist nicht sehr unterschiedlich. Alle wollen nur eins: und das ist Spaß. Dass sie den bekommen, steht außer Frage, aber wir haben an diesen drei Tagen nicht nur unglaublich viel Spaß zusammen, wir werden alle ein Stückchen mehr eine eigene Persönlichkeit, alle ein wenig schlauer und vor allem schließen wir uns alle gegenseitig ins Herz.

Die Aufgabe der „alten“ Tutoren besteht während des Seminars hauptsächlich darin, die „neuen“ Tutoren zu integrieren und in die Tutorenarbeit einzuweisen. Das gelinkt reibungslos. Schon nach den ersten gemeinsamen Stunden in Königsdorf ist ein Unterschied zwischen Alt und Neu kaum noch erkennbar. Problemlos nehmen die Neulinge die Plätze der Ehemaligen ein und wachsen in die Gruppe hinein.

Um den neu gewählten Tutoren einen Einblick in das Leben eines Tutors zu geben und das Wissen der Alten wieder auf zu frischen, erzählt der Tutorensprecher genau was wir als Tutoren, wie wann wo zu tun haben. Wir beginnen bei der Vorstellung der Tutoren in der jeweiligen 5. Klasse und gehen dann Schritt für Schritt alle Aufgaben eines Tutors durch. Was muss man bei der Vorstellung vor den Lehrern, Eltern und Schülern beachten und was sagt man. Wie plant man einen Wandertag und was muss alles berücksichtigt werden. Wann erfolgt die Absprache mit den Lehrern bezüglich des Schullandheims und wie ist dieses aufgebaut. Wer organisiert die Nikolausfeier und was muss davor alles besorgt werden. Was bastelt man mit den Schülern in den Tutorenstunden und woher bekommt man das Material. Was macht man mit den Schülern an der Faschingsfeier und wie läuft diese ab. Wer darf mit ins Skilager. Was sind die Aufgaben der Tutoren bei der Begleitung der 6. Klassen im Skilager. Wer darf dann zum Halbjahr die neuen Tutoren wählen, was für Kriterien müssen bei der Wahl beachtet werden und was machen wir Tutoren beim Schnuppernachmittag. All das und vieles mehr wird genau besprochen und alle Fragen geklärt.

Mit dem „Sozialpädagogenteam“ Petra Krause Philipp Krause, die uns einen halben Tag lang besuchen,  bilden wir Tutoren uns nun gemeinsam weiter. Entwickeln neue Systeme und bessern sie  aus. Gehen die Arbeit der Tutoren genau durch und schauen wo es Probleme gibt. Mit Hilfe von Vorträgen und Gruppenarbeiten lernen wir die genauen Phasen der Gruppe kennen und versuchen Spiele zu finden die in jeweiligen Situationen angebracht sind und sortieren die aus, welche uns eher kontraproduktiv erscheinen. Wir schauen uns einzelne Problemfälle in den Klassen an. Zum Beispiel Mobbingopfer, Ausgegrenzte und die einfach in jeder Klasse zu findenden „Störenfriede“.  Auf Plakaten gestalten wir in verschiedenen Gruppen dann Ansätze, wie die Ursachen für diese Fälle gefunden, und Lösungen gesucht werden können. Wie eine Art Step-by-Step-Anleitung gehen wir die verschiedenen Stationen durch die die Tutoren dann zu durchlaufen haben. Gruppen, die im vergangenen Schuljahr mit genau solchen Problemfällen zu tun hatten, haben in diesem Seminar die Möglichkeit darüber zu reden und heraus zu finden wo die Probleme lagen. Gemeinsam mit der ganzen Gruppe werden dann Diskussionen angeleitet und es wird versucht den Dingen genauer auf den Grund zu gehen.

Ein wichtiger Teil des Tutorenseminares ist die Zusammenstellung der Gruppen für das kommende Schuljahr. Dies übernehmen die alten Tutoren die sich gemeinsam zusammensetzen und versuchen möglichst gut, zusammen passende Gruppen zu bilden. Die Tutorengruppen bestehen aus vier bis fünf Tutoren, wobei alte und neue Tutoren so gemischt sind, dass auch während des kommenden Schuljahres die alten Tutoren den Neulingen helfen und bei Fragen zur Seite stehen können. Gemeinsam in diesen Gruppen werden dann Fotos gemacht und der Ablauf des Schullandheimaufenthalts für das kommende Schuljahr genau geplant und festgehalten.

Damit die neu gewählten Tutoren die Möglichkeit haben, die Vorstellung vor der 5.Klasse, den Eltern und den Ablauf einer Tutorenstunde gut zu üben, werden diese Situationen praktisch nachgestellt. Ein sehr beliebter Programmpunkt des Tutorenseminars, besonders für die „Großen“. Während diese sich in den Rollen der übervorsichtigen und hysterischen Eltern, oder den komplett durchgedrehten, rumschreienden, absolut wahnsinnig gewordenen Schülern wiederfinden, dürfen die Neulinge sich diesen Situationen stellen und versuchen möglichst professionell ihren Aufgaben gerecht zu werden.

Zwischen allen theoretischen „Blöcken“ bleibt selbstverständlich immer viel Zeit zum Spielen. Denn sowohl neuen als auch alten Tutoren tut es gut immer und immer wieder all die alten Tutorenspiele auf zu frischen und durch zu spielen.  Egal ob es Kennenlern-, Vertrauens-, Denk- oder  Bewegungsspiele sind. Wir Tutoren können uns auch an Spielen für fünfte Klassen übermäßig erfreuen und eine große Portion Spaß haben.

Abends runden, je nach Wetterlage, eine von der Q11 organisierte Nachtwanderung und die Night-Line das offizielle Programm ab. Ab dann haben die Tutoren die Aufgabe sich alleine zu beschäftigen, was ihnen ohne große Mühe jedes  Jahr, Abend für Abend problemlos gelingt. An eben diesen Abenden, während den Spielen oder in der Freizeit die traditionsgemäß eigentlich IMMER für Volleyballspiele genutzt wird, wächst die Gruppe immer näher zusammen und am Ende des Tutorenseminars ist es ein Ganzes, das wehmütig auf das Seminar zurückblickt, feststellt, dass es wieder einmal viel zu schnell vergangen ist und sich ab dem Zeitpunkt der Abfahrt schon auf das nächste Jahr freut. 

Miriam Busch