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Mit Europa gegen Homophobie - Internationales Projekttreffen in Kirchheim

Das Gymnasium Kirchheim war vom 12. bis 14. Mai Gastgeber für das zweite Arbeitsmeeting des Erasmus+ Projekts „Homo’poly“, an dem es als Partnerinstitution teilnimmt. Schulleiter Matthias Wermuth, Kirchheims stellvertretender Bürgermeister Gerd Kleiber sowie Dr. Wolfgang Ellegast vom Bayerischen Kultusministerium hießen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Niederlanden, Ungarn, Polen, Spanien, der Türkei, Belgien, dem Vereinigten Königreich und Deutschland herzlich willkommen. Das Thema Homosexualität steht im Zentrum des Projektes, welches sich über drei Jahre erstreckt und zum Ziel hat, sowohl didaktisches Unterrichtsmaterial für die Verwendung in Sekundarschulen zu erarbeiten und erproben, als auch thematische Module zur Einbettung in die universitäre Lehrerausbildung in den Teilnehmerländern bereitzustellen. In den ersten Monaten dieser internationalen Zusammenarbeit – das Kick-off fand Anfang November 2016 in Maastricht statt – konzentrierte sich die Gruppe auf eine vergleichende Bestandsaufnahme. Dazu analysierten die jeweiligen Länderteams die Situation von Homosexuellen in ihrer Heimat und untersuchten zudem, inwieweit sich Schwerpunktthemen wie sexuelle Orientierung und Toleranzerziehung in den nationalen Rahmenlehrplänen wiederfinden. Dazu wurde eine umfassende Befragung durchgeführt, an der mehr als 6.500 Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern teilnahmen. An dieser Stelle sei allen Mitgliedern der GyKi-Schulfamilie ganz herzlich gedankt für ihre rege Unterstützung dabei! Die ausführlichen Ergebnisse werden später – wie auch die Unterrichtsmaterialen – in wissenschaftlichen Veröffentlichungen und auf der eigenen Projekt-Homepage (http://www.homopoly.eu) zur Verfügung gestellt. Im weiteren Verlauf werden die erstellten Materialien an den Schulen getestet und im Rahmen der großen Abschlusskonferenz 2019 in Leuven (Belgien) bekommen Schüler*innen die Chance, ihre Erfahrungen auszutauschen und die Ergebnisse zu evaluieren. Schon beim Treffen in Kirchheim waren zwei Schülerinnen mit eingebunden – Megan Bowen und Antonia Höhne, beide im Abiturjahrgang – und präsentierten für den Arbeitskreis „Buntes GyKi“ interessante Einblicke hinsichtlich der Frage, was sich Schülerinnen und Schüler für die konkrete Behandlung des Themas Homosexualität im Unterricht wünschen würden. Sowohl für ihre Ideen als auch für ihre überzeugende Präsentation in der Fremdsprache erhielten die beiden viel Lob vom internationalen Plenum.

Neben dem erklärten Ziel, einen nachhaltigen Beitrag dafür zu leisten, Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern für das Thema Homosexualität zu sensibilisieren, einen offeneren Umgang damit zu pflegen und die Akzeptanz für sexuelle Vielfalt zu steigern, sollen aber auch der interkulturelle Austausch und gemeinsame Erfahrungen im Projekt nicht zu kurz kommen. Daher stehen für die internationalen Gäste auch kulturelle Unternehmungen und traditionelle, kulinarische Genüsse auf der Agenda. Corinna Kapfelsperger und Philipp Aigner, die das Gymnasium Kirchheim im Projekt repräsentieren, bezeichnen diese persönlichen Erfahrungen und Kontakte mit den europäischen Freunden als einen besonders wertvollen Teil des gesamten Unternehmens. Es arbeitete nicht nur eine Gruppe von Menschen an einem gemeinsamen Thema, sondern der europäische Gedanke werde durch ein solches Projekt auf ganz besondere Weise gelebt. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich den beiden, wenn Sie im Herbst für das Gymnasium zum nächsten Arbeitstreffen nach Słupsk (Polen) reisen.

Philipp Aigner und Corinna Kapfelsperger

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