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1. Schachreise nach Regensburg

33 Schüler aus den Klassenstufen 5 bis 10 haben ihre 7 Sachen (und ihr Schachbrett) eingepackt um drei Tage lang Regensburgs altehrwürdige Mauern unsicher zu machen. Ob Regensburg bereit für uns war!? Lesen Sie weiter...

Am "zweitteuersten" Ort Bayerns* angekommen begaben wir uns zuerst zur Jugendherberge um unser Gepäck zu parken und anschließend gen Altstadt loszuziehen. Die Mittagspause wurde von allen Gruppen ohne Verluste gut absolviert ... die anschließende Stadtführung war schon eine größere Herausfoderung ;-)

Im Zentrum der Abendgestaltung stand unser 1. Schachreisentandemturnier ... bei dem jeweils ein erfahrener Tandemveteran mit einem Neuling zu einem Team "fusioniert" wurde ... es gab Einsprüche und die üblichen Versuche ("Aber wenn ich mit Andra's oder David spiele sind wir gar nicht so viel stärker als alle Anderen!" ... Na klar ;-)) ...

...aber ein Tandemturnier lässt sich nicht (ewig) aufhalten ... und die (teilweise unfreiwilligen) Spielgemeinschaften wuchsen schnell zusammen beim vereinten Kampf mit allen (verbalen) Mitteln ("Gib mir mal nen Springer!" ... "Nein!!! Nicht den ... den anderen natürlich!!!") ... denn ein Tandem kann nur erfolgreich bestehen, wenn alle gemeinsam (im legalen Graubereich) gegen die Gegner vorgehen ;-)   

Siegreich blieb am Ende das Team David & Quirin vor Laura & Hannah sowie mir & Pascal, Sam & Fabian und Juma & Johanna. Man beachte die unübliche Häufung von Mädchen, 5.Klässlern und Senioren in den Preisrängen ... vielleicht sollten wir mehr Tandem spielen ;-)  

Skandal des (ersten) Tages: Das Begleitpersonal verweigert das WLAN-Passwort ... unmenschliche Schülerhaltung!!! Wie soll man so durch die Nacht kommen???
 
(Fast) hätten wir am nächsten morgen gegen das Albrecht-Altdorfer-Gymnasium beim Vergleichskampf gewonnen ... aber da wir gute Gäste** sind haben wir lieber die (würdevolle) knappe Niederlage gewählt und gaben uns mit einem 63:69 großzügig geschlagen ;-)

Egal ... es war sowieso hauptsächlich ein netter großer interurbaner Schachtreff der gut sichtbar allen Beteiligten viel Spaß gemacht hat.

Das (nach dem Frühstück gestartete) M*****-Spiel (das im Hintergrund ablief) hatte zu diesem Zeitpunkt schon etliche "Opfer" produziert, die ihr Ausscheiden mit mehr oder weniger viel Humor nahmen ... die Meisterdiskutierer (oder auch liebevoll "Sargnagler" genannt) werden hier nicht namentlich aufgeführt ... aber "Meisterassasine" Ralf sei erwähnt ... der wieder in München angekommen schließlich sogar Felix am Bahnhof austricksen  ... und damit das Spiel erfolgreich beenden konnte.

Während am Nachmittag draußen die Tischtennisplatten "hart" bespielt wurden ... versammtelten sich drinnen alle Sonnenflüchtlinge zum Blitzturnier. In der Gruppe von 21 Schülern und einem Senior wurde Raymund bester U20-Spieler vor Arthur, David, Felix und Michael.   

Der Abend stellte die letzte große Herausforderung der Reise dar, denn der internationale Meister Parik Stefanov hatte schwere (intellektuelle) Kost im Gepäck. Mit Überlegungen zur Suche nach dem perfekten Spiel und der Analyse einer Siegpartie von Alpha Go gegen Stockfish brachte er die Köpfe der Schüler - und des Begleitpersonals ;-) - zum Rauchen ... um keine unerwünschten lokalen Brandherde zu erzeugen griff er den Vorschlag von Georg und Raymund auf und spielte gegen alle Interessierten noch ein simultan. Wir schlugen uns genauso erfolgreich wie seinerzeit gegen Frank Zeller ... es wurde haufenweise Erfahrung gewonnen!

Skandal des (zweiten) Tages: WLAN-Passwort der Jugendherberge geknackt ... Meuterei abgewendet ... Täter unbekannt.

"Bei Ihnen war ja alles ruhig" ... das hört man natürlich gern beim Auschecken ... möglicherweise hatte uns auch die Tatsache geholfen, dass unsere Jugendherbergsnachbarn aus einem Münchner "Problembezirk" sich zu allen Tages- und Nachtzeiten besser (und lauter) in Szene zu setzen wussten ;-)

Wir danken dem SC Bavaria Regensburg (und besonders Peter Oberhofer) für die Versorgung mit Spielmaterial und Schachuhren.

Vielen Dank auch an Herrn Reinwald vom Altdorfer Gymnasium für den freundlichen Empfang und die Organisation des Freundschaftsturniers trotz diverser Parallelveranstaltungen im Haus!

Insgesamt war es eine sehr nette und muntere Angelegenheit, die wir im nächsten Jahr - wahrscheinlich mit dem Ziel Bratislava - bestimmt wiederholen werden!


Mit schachlichen Grüßen


Pierre Tassell


ps: Der erste Termin im neuen Schuljahr wird die 2. Auflage des Eltern-Schüler-Turniers am Freitag den 5. Oktober 2018 sein.

 

*Ok, man könnte natürlich auch andere Aspekte wie das Label "Weltkulturerbe" an dieser Stelle betonen ;-)


** Gergely, Finn, Rainer und Georg würden vielleicht an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die Regensburger Delegation an Tisch 4 eigentlich - Alarm: taktische Aufstellung!!! ;-) - an Tisch 2 gehört hätte (aufgrund ihrer Spielstärke) und damit eine Challenge für Ralf, Lea, Laura und Juma hätte sein sollen. Zum Glück wurden sie aber auf der Rückfahrt in der Bahn mit "Kompensationsschokolade" ruhig gestellt... 

 

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