Democracy First

„Democracy First“ – GyKi-Schüler beim internationalen MEP durchaus erfolgreich

Debattieren, Diskutieren und natürlich Austauschen waren die zentralen Punkte des 54. internationalen MEPs, das unter dem Motto „Democracy First“ vom 10. bis zum 14. November online mit Deutschland als Gastgeberland ausgetragen wurde. Aus 24 europäischen Ländern trafen wir, über 150 Jugendliche, uns und sprachen über die Zukunft Europas bezogen auf die verschiedensten aktuellen politischen Problemlagen, wie der unglaublich große Ressourcenverbrauch, der Handel mit China, aber auch das russisch-belarussische Dilemma, das die EU hat.

Ich war als einziger GyKi-Delegierter bei diesem MEP dabei und vertrat Deutschland im Ausschuss für Wirtschaft und Währung sowie als Head of Delegation. Einige meiner Ideen wie ein europaweites Pfandflaschensystem sowie weltweit einheitliche Obergrenzen für den Ressourcenabbau passierten die Ausschusssitzungen, manche sogar ohne Widerrede. In der Plenardebatte ging es dann letztendlich darum, diese Ideen zu verteidigen. Ebenfalls durfte ich die Rede in Reaktion auf den Änderungsantrag halten. Leider durfte ich nicht die Angriffsrede gegen den Ausschuss für den internationalen Handel vortragen, die jedoch dankenswerterweise von Herrn Galos sprachlich korrigiert wurde. Auch der Versuch, die Angriffsrede gegen die Resolution des Auswärtigen Ausschusses zu halten, scheiterte. Dennoch waren auch einige Überraschungen dabei. So fehlte einer Resolution nur eine einzige Stimme, damit diese angenommen wird. Auch das Wahlrecht ab 16 lehnte der Großteil ab, was bei der aktuellen Diskussion über genau jenes Recht ein echtes Wunder war. Doch nicht nur Ausschusssitzungen und die Plenardebatte prägten dieses Event. Auch ein Eurovision Song Contest war wichtiger Bestandteil des Events. Doch aufgrund der Tatsache, dass diese Veranstaltung online war, musste jede Delegation ein eigenes Musikvideo einsenden. Wir als deutsche Delegation entschieden uns dazu Helenes Fischer „Atemlos durch die Nacht“ nachzusingen. Obwohl niemand einen Ton traf, konnte unter anderem die Szene vor dem Berliner Fernsehturm (ja dort drehten wir einen Teil) international punkten. Bei dem Punktesystem, dass jedes Land genau einmal vier, einmal sechs, einmal acht, einmal zehn und dann noch die magischen „douze points“ vergeben durfte, hat die deutsche Delegation mit 26 Punkten doch mehr erreicht als die meisten deutschen Vertreter beim echten ESC. Es war auch einmalig für Deutschland die Punkte bei einem ESC durchzugeben. Neben diesem musikalischen Act, den die Niederlande mit einer Live-Tanzeinlage zusätzlich zum selbstgedrehten Musikvideo zu „Frankfurt Oder“ gewannen, gab es auch noch eine Fishbowl-Diskussion. Leider konnte die deutsche MEP-Vorsitzende und EP-Abgeordnete Delara Burkhardt (SPD) nicht teilnehmen und sendete stattdessen eine Videobotschaft, in der sie uns zum politischen Handeln ermutigte. Zum Thema Demokratie und dem Leben als Politiker beantwortete dann der Europapolitiker Dr. Sergey Lagodinski (Grüne) unsere Fragen.

Nach den schlaflosen Nächten ging dieses unvergessliche Erlebnis mit einigen lustigen Englisch-Akzenten auch schon zu Ende. Den meisten bleibt wahrscheinlich entweder der während der Plenardebatte eingeschlafene slowakische Delegierte oder mein einer Delegationskollege aus Hamburg, der im Vorstellungsvideo ein Glas Bier geext hat, in Erinnerung. Trotzdem dürfen wir nicht vergessen, dass die diskutierten Themen wirklich ernst waren und nur 50% aller Resolutionen die Plenardebatte passierten, wozu meine leider nicht zählt. Aber in einer Demokratie entscheidet – und das ist auch gut so – die Mehrheit. Zum Schluss geht noch ein großes Dankeschön an Frau Wedler, Frau Sauer und Herr Galos raus, die mich bei diesem MEP sowohl in politischer als auch in sprachlicher Hinsicht unterstützt haben. Auch bei Christopher Lucht, dem deutschen Koordinator, möchte ich mich an dieser Stelle nochmals recht herzlich bedanken.

Tom Faßhauer (Q11)

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