Schulversuch HoriZONtec abgeschlossen

Auftaktveranstaltung zu Schuljahresbeginn

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Den Auftakt dazu machte ein von den Schülern der beiden achten Klassen sowie den HoriZONTec-Lehrern veranstalteter Tag zur „Energetischen 8samkeit“. Als externe Referentin eingeladen war Frau Dr. Maiken Winter, Schülerin von Al Gore und Mitglied des „Climate Project“. Diese hielt einen spannenden und eindrucksvollen Vortrag vor 160 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 8 zum Thema "Klimawandel". In der Woche zuvor hatten sich die Schüler und Schülerinnen als Vorbereitung auf diesen Tag im Unterricht und Zuhause selbständig mit dem Thema "Energiesparen" auseinandergesetzt. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich u.a. mit den Themen Energiesparen im Haushalt, Das „intelligente Haus“ als Schlüssel zum Energiesparen, Energieverbrauch durch Beleuchtung, Heizen mit Holz, Photovoltaik und vieles mehr. Die beiden HoriZONTec-Klassen bereiteten in der Aula eine kleine Ausstellung mit ihren Ergebnissen vor, die sie den anderen achten Klassen in einem Gallery Walk in den beiden Schulstunden vor dem Vortrag präsentierten. Es entstanden dabei eindrucksvolle Plakate, die noch lange die Stellwände der Aula bestückten.

Weiterentwicklung des Konzepts

Im Schuljahr 2013/14 wurden die im ersten Jahr entwickelten Lernumgebungen überarbeitet, angepasst und weiter dokumentiert. Unter einer Lernumgebung wird eine Form der Lehre an der Grenze zwischen traditionellem, voll sequenziertem Unterricht und dem freien, entdeckenden Lernen verstanden. Die Kunst der Methode besteht darin, dass im eigentlichen Wortsinne „Lernumgebung“ so gestaltet wird, dass sie an Individualität, Qualität und Schwierigkeitsgrad den verschiedenen Zugängen der Jugendlichen gerecht wird, andererseits aber doch auf das Thema und die Ziele so hin fokussiert, um die Klasse als Gruppe auf lange Sicht mindestens im vom Lehrplan geforderten Umfang gleichmäßig zu entwickeln und so auch die geforderten Prüfungen möglich zu machen. Ziel im dritten Jahr wird es sein, neue Formen an Leistungserhebungen anzudenken und zu entwickeln, die dieser freieren Form des Forschens gerecht wird. In vielen Arbeitsstunden wurde in diesem Schuljahr auch die Dokumentation vorangebracht und in vielen Teamstunden und Einzelarbeiten eine große Zahl von neuen Lernumgebungen entwickelt und durchgeführt.

Der Einsatz des Lerntagebuchs und der Lernkontrollbögen wurden zudem intensiviert. Dem Lerntagebuch kommt während der freien Erarbeitungsphase eine wichtige Rolle zu. Die Schülerinnen und Schüler schreiben während der Forscherphase ein Lerntagebuch. Dies führt bei ihnen zu einer vertieften Auseinandersetzung mit den gestellten Problemen und Fragen. Außerdem wird das Bewusstsein für den eigenen Lernprozess gefördert, da die Schüler den eigenen Lernfortschritt dokumentieren. Im Lerntagebuch wird der Denk- und Verstehensprozess (auch Fehlvorstellungen) sichtbar und bietet der Lehrkraft einen konkreten Ansatzpunkt zur Lernunterstützung. Auch können im Sinne einer Fehlerkultur mögliche Denkfehler reflektiert werden. Beim abschließenden Erstellen eines Hefteintrages wählen die Schülerinnen und Schüler aus der Gesamtheit des Stoffes diejenigen Aspekte aus, die als besonders bedeutsam empfunden werden. Um zu gewährleisten, dass auch kranke und weniger leistungsstarke Schülerinnen und Schüler einen richtigen Hefteintrag haben, ist es wichtig einen Musterhefteintrag, zur Verfügung zu stellen.

Franz Huber/Lilly Nürnberger für das Projektteam: Volker Bast, Angelika Matzke, Torsten Oehl, Susanne Strehlow, Tina Wefers

Beispiel für eine Lernumgebung
Lerntagebuch
Lernkontrollbögen
Lernkontrollbogen

Lernkontrollbögen sind Instrumente, mit deren Hilfe die individuelle Lernarbeit unter dem Aspekt „Was sollte ich können?“ strukturiert wird. Sie bieten eine Übersicht über die zu erwerbenden Kompetenzen aus Schülersicht. Im Gegensatz zur abstrakten Note machen die Ich-kann-Formulierungen in den Feldern der Lernkontrollbögen deutlich, welche Leistungen der entsprechende Schüler zu erbringen fähig oder willens war und wo in Zukunft Akzente zu setzen sind. Die Lernkontrollbögen geben Auskunft über Fähigkeiten, sie zeigen, was eine Schülerin oder ein Schüler kann, und was er noch alles lernen könnte. Die „Ich-kann-Formulierungen“ ermöglichen allen Beteiligten ein Erkennen der Lernfortschritte und sollen die Schülerinnen und Schüler zum Weiterlernen motivieren.

Die Vorbereitung und Durchführung einer RLFB für interessierte Kollegen anderer Gymnasien bildet den Abschluss des zweiten HoriZONTec-Jahres, sollen doch in dem Schulversuch Konzepte entwickelt werden, die von anderen Schulen übernommen und adaptiert werden können. Mit dem Ziel der Stärkung des naturwissenschaftlichen Interesses in der Mittelstufe und der Weiterentwicklung der gymnasialen Mittelstufe.

HoriZONTec-Film des Gymnasiums Kirchheim

Franz Huber/Lilly Nürnberger für das Projektteam: Volker Bast, Angelika Matzke, Torsten Oehl, Susanne Strehlow, Tina Wefers