GyKi goes Homo´poly

"Homo'poly" goes on

Seit September 2016 nimmt das Gymnasium Kirchheim am internationalen, von der Europäischen Union geförderten Projekt namens „Homo´poly“ teil. Die 14 Teilnehmerländer (Belgien, Deutschland, England, Niederlande, Polen, Spanien, Türkei und Ungarn), meist vertreten durch eine Schule sowie eine Universität des jeweiligen Landes, arbeiten dabei gemeinsam zum übergeordneten Thema Homosexualität und dessen Behandlung an Schulen und Universitäten. Für Deutschland ist das Gymnasium Kirchheim dabei, repräsentiert durch Frau Kapfelsperger und Herrn Aigner. Im Laufe des Projekts werden Materialien entstehen, die länderübergreifend im Unterricht zum Einsatz kommen können und Schüler*innen den Umgang mit sowie das Gespräch über Homosexualität erleichtern sollen. Außerdem werden Module zum Thema „Homosexualität and Gender“ sowie „Homosexualität und Migration“ für die universitäre Lehrerausbildung in den Teilnehmerländern erstellt.

Dieser Artikel soll einen kurzen Einblick in die Fortschritte des Projektes gewähren und einen Ausblick auf das kommende Schuljahr liefern.

„Homo’poly“ plant in Polen

Homo'poly plant in Polen

Der Startschuss in das zweite Projektjahr fiel Anfang November 2017 beim Arbeitsmeeting in Slupsk an der polnischen Ostseeküste. Im Vorfeld hatten alle Länder ihre Beiträge für die wissenschaftliche Publikation übermittelt, außerdem wurde die im letzten Meeting entwickelte Online-Befragung durchgeführt. In Polen erhielten dann die Vertreter*innen aller Teilnehmerländer einen ersten Einblick in die Daten aus der Befragung und in den Entwurf der bevorstehenden Veröffentlichung. Im weiteren Verlauf des Treffens teilte sich das Team in zwei Gruppen: Die Vertreter*innen der Hochschulen befassten sich mit der Ausarbeitung von zwei thematisch geleiteten Modulen („Homosexuality and Gender“, „Homosexuality and Migration“) für die universitäre Lehrer*innenausbildung. Die Vertreter*innen der weiterführenden Schulen arbeiteten in länderübergreifenden Kleingruppen die Konzepte der didaktischen Materialien aus, auf die man sich beim Meeting in Kirchheim festgelegt hatte.

„Homo‘poly“ bildet fort

Homo'poly bildet fort

Da das Thema der Akzeptanz von Homosexualität nicht nur für das oben beschriebene Erasmus+ Projekt von Relevanz ist, sondern auch im regulären Schulalltag eine Rolle spielt, wird es jedes Jahr im November im Rahmen der bayernweiten Lehrkräftefortbildung „Umgang mit sexueller Vielfalt in der Schule“ von Herrn Dr. Stephan Zippel (LMU München) aufgegriffen. Im November 2017 stellten Frau Kapfelsperger und Herr Aigner das Projekt „Homo‘poly“, dessen Teilnehmer, Inhalte, Zwischenergebnisse und Ziele den über 200 anwesenden Fortbildungsteilnehmer*innen ausführlich vor. So wurden beispielsweise die wissenschaftliche Publikation („Somewhere over the rainbow“), die deutschlandspezifischen Ergebnisse der Online-Befragung, an der auch Schüler*innen, Eltern und viele Lehrkräfte des GyKi teilgenommen haben, sowie einige Beispiele der zu erarbeitenden didaktischen Materialien präsentiert. Die Vorstellung des Projekts bei der Fortbildung diente auch zur Vernetzung der Teilnehmer*innen; zahlreiche Interessierte folgen somit nun dem weiteren Verlauf des Projekts über diverse soziale Medien (Twitter, Facebook, Newsletter, Homepage).

„Homo’poly“ testet am GyKi

Homo'poly testet am GyKi

Die wichtigste Hausaufgabe, die Frau Kapfelsperger und Herr Aigner aus dem Meeting in Polen mitgebracht hatten, war die detaillierte Ausarbeitung und Fertigstellung der Prototypen zweier didaktischer Materialien bis zum Projekttreffen in Spanien im April 2018: das „Homo’poly“ Memory Game und das „Game of Life“. 

Dieses Material musste natürlich den Reality Check absolvieren, um den letzten Feinschliff zu bekommen. Am 21. März 2018 durften daher die Klassen 8b, 10c und 10e als Experten fungieren, das Material in der Praxis testen und anschließend wertvolles Feedback geben, indem sie Verbesserungsmöglichkeiten anmerkten.

„Homo’poly“ optimiert in Spanien

Homo'poly optimiert in Spanien

Nach dem Testlauf wurden vereinzelt Änderungen am Material vorgenommen, um dieses schließlich beim vierten Arbeitsmeeting im April 2018 in Alcalá de Henares (nahe Madrid) den Vertreter*innen der Teilnehmerländer vorzustellen. Auch die Teams der Partnerländer waren im zurückliegenden halben Jahr sehr fleißig, sodass in Spanien zahlreiche vorläufige didaktische Materialien und die Module für die universitäre Lehrer*innenausbildung präsentiert werden konnten. Zusammen wurden diese Zwischenergebnisse diskutiert und die „Homo’poly“-Mitglieder gaben sich gegenseitig Anregungen für den letzten Feinschliff der einzelnen Produkte, die bis zur großen Testphase im Herbst 2018 finalisiert werden. Darüber hinaus standen unter anderem der geplante Fotowettbewerb für Schüler*innen der teilnehmenden Institutionen, die langfristige Bereitstellung der Materialien (z.B. über die Homepage) sowie die externe Evaluation des Projekts auf der Agenda des Treffens.

„Homo’poly“ auf dem Weg ins letzte Jahr

Im Herbst 2018 beginnt bereits das letzte Drittel des Projektzeitraums, in welchem die erstellten Produkte in allen Teilnehmerländern in der Praxis angewendet werden sollen. Am GyKi werden dafür voraussichtlich zwei Klassen gegen Mitte oder Ende Oktober 2018 in den Genuss kommen, jeweils einen Schultag lang diverse im Projekt erstellte Unterrichtsmaterialien zu testen. Das „Homo’poly“-Team legte sich dazu in Spanien auf drei konkrete Materialien fest, die zur optimalen Vergleichbarkeit von allen acht Ländern getestet werden; hinzu kommen weitere, die je nach länderspezifischer Umsetzbarkeit ausgewählt werden, denn leider kann das Thema Homosexualität insbesondere in Ländern wie Polen oder der Türkei noch immer nicht mit der nötigen Akzeptanz und Offenheit behandelt werden. Deshalb müssen die Kolleg*innen aus diesen Ländern deutlich behutsamer bzw. vorsichtiger agieren.

Gerade aus diesem Grund, aber auch nach der positiven Zwischenbilanz der niederländischen National Agency der Europäischen Kommission geht das gesamte „Homo’poly“-Team hochmotiviert in den finalen Abschnitt der gemeinsamen Reise.

Auch wenn noch das fünfte Projektmeeting in Derby (Großbritannien) im Oktober 2018 sowie die Abschlusskonferenz in Leuven (Belgien) im Mai 2019 bevorstehen, macht sich allmählich Wehmut ob des nahenden Projektendes breit. Schließlich haben sich in den letzten beiden Jahren bereits enge Freundschaften entwickelt und die Zeit mit dieser sympathischen, herzlichen und kulturell vielfältigen Gruppe hat dazu beigetragen, dass sich die Mitwirkung an „Homo’poly“ nicht wie Arbeit anfühlt, sondern eine große persönliche Bereicherung darstellt.

„Homo’poly“ @ Social Media

Wer weiterhin zeitnah verfolgen will, was bei „Homo’poly“ so alles passiert, der kann die aktuellsten Informationen zum Erasmus+ Projekt hier nachlesen:

  • Homepage (homopoly.eu)
  • Twitter (@homo_poly)
  • Facebook (@hmpoly)
  • Newsletter

Corinna Kapfelsperger und Philipp Aigner

Rückblick auf das erste Projektjahr
Homo'poly
Die Teilnehmer am Homo´poly-Projekt

Im letzten Schuljahr gelang es Herrn Aigner, die Teilnahme des Gymnasiums Kirchheim an einem internationalen, von der Europäischen Union geförderten Projekt namens „Homo´poly“ zu erwirken. Trotz seines Wechsels ans Kultusministerium wird er zusammen mit Frau Kapfelsperger, die das GyKi in den nächsten drei Jahren in diesem Erasmus-Projekt vertritt, daran teilnehmen.

Grundsätzlich haben sich die 14 Projektpartner aus Belgien, Deutschland, England, den Niederlanden, Polen, Spanien, der Türkei und Ungarn, eine bunt gemischte Truppe also, meist vertreten durch eine Schule sowie eine Universität des jeweiligen Landes, unter der Leitung von Dr. Oliver Holz der KU Leuven zum Ziel gesetzt, das Thema Homosexualität und dessen Behandlung an Schulen und Universitäten zu evaluieren. Anschließend sollen auf Basis der Ergebnisse Materialien entstehen, die länderübergreifend im Unterricht zum Einsatz kommen können und Schülerinnen und Schülern den Umgang mit sowie das Gespräch über Homosexualität erleichtern sollen. Außerdem sollen Module zum Thema „Homosexualität und Bildung“ für die universitäre Lehrerausbildung in den Teilnehmerländern erstellt werden. Zudem wird im Rahmen des Projektes in den nächsten drei Jahren nach und nach eine internationale Homepage entstehen, die den Austausch bezüglich dieser Thematik deutlich vereinfachen soll, indem sie etwa bestehende Literatur sammelt oder Materialien bereitstellt.

Anfang November waren Herr Aigner und Frau Kapfelsperger für das Kick-off-Meeting des Projektes in Maastricht. Dort wurden zuerst alle teilnehmenden Institutionen und deren Vertreter ausführlich vorgestellt. Im Anschluss daran wurden etliche organisatorische Aspekte geklärt, unter anderem der Zeitplan sowie verschiedenen Meilensteine für die kommenden drei Jahre, um dann in die erste Erarbeitungsphase zu starten, die Überarbeitung eines Fragebogens rund um das Thema Sexualität, der an möglichst vielen Schulen zum Einsatz kommen soll. Zudem ging es darum, erste Entscheidungen bezüglich der Erstellung der Homepage zu treffen und die Aufgaben bis zum nächsten Treffen zu verteilen. Dieses wird im Mai am Gymnasium Kirchheim stattfinden und unsere Schule freut sich schon sehr darauf, die Projektpartner aus ganz Europa willkommen heißen zu dürfen. Wer nicht so lange warten und mehr zum Projekt erfahren will, ist herzlich dazu eingeladen, Details auf der offiziellen Homepage zu Homo´poly nachzulesen.