Gebundene Ganztagsschule (GGS)

Ende des Schuljahres 2010/2011 wurde unserem Gymnasium durch den Bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle die Einrichtung eines gebundenen Ganztagszuges in der Jahrgangsstufe 5 genehmigt. Nach der intensiven Vorbereitung und Organisation dieses neuen spannenden Abschnitts der Schulentwicklung wurde im Schuljahr 2011/12 die erste Ganztagesklasse am Gymnasium Kirchheim ins Leben gerufen. Seitdem ist es uns möglich jedes Schuljahr wieder eine Ganztagesklasse in Jahrgansstufe 5 und 6 anzubieten.

An dieser Stelle bedanke ich mich sehr herzlich für den großen Einsatz und die vielen kreativen Treffen, die dazu beitragen, das Projekt GGS am Gymnasium Kirchheim jedes Jahr wieder zu verbessern.

Susanne Simpson Koordination der GGS

Stundenplan

Bei der Erstellung des Stundenplans wurde u.a. darauf geachtet, dass die Anzahl der Fächer pro Tag reduziert und so weit wie möglich doppelstündig unterrichtet wird. Es wurde hierbei vor allem die Rhythmisierung des Tages in Einklang mit dem Stundenplan der verbleibenden Klassen neu aufgestellt.

Zeit für Übung, Vertiefung und Intensivierung

Das ganztägige Lernen erfordert neben dem Fachunterricht ausreichend Zeit für Übung, Vertiefung und Intensivierung. Da die Kinder Montag bis Donnerstag erst um 16:00 Uhr die Schule verlassen, müssen sich Hausaufgaben auf mündliche und kleinere Arbeiten beschränken. Somit werden in den zusätzlichen Stunden der Ganztagsschule diejenigen Aufgaben bearbeitet, welche bisher als Hausaufgabe zu erledigen waren. Der Vorteil ganztägigen Lernens besteht hierbei gerade in der von Lehrkräften begleiteten Arbeitszeit und dem System des Wochenplans, der die Aufgaben strukturiert und den Schülerinnen und Schülern klare Anweisungen gibt. Kommen bei der Erledigung Probleme und Fragen auf, so kann die anwesende Lehrkraft gezielt und individuell Hilfestellung beim selbstständigen Lösen geben. Diese individuelle Förderung und Lernbegleitung stellt einen wesentlichen Bereich des ganztägigen Lernens dar. Durch die Struktur der Wochenplanarbeit erwerben die Kinder erste Selbstkompetenzen wie Zeitmanagement und Eigenverantwortung. Jedoch ist das Ganztagsgymnasium kein Garantieunternehmen für gänzlich freie Nachmittage. Das kontinuierliche Wiederholen und tägliche Lernen bleibt ein wesentlicher Teil der Schulzeit.

Team von Lehrkräften

Das Team von Lehrkräften trägt die Arbeit der ersten gebundenen Ganztagsklasse in der GGS zusammen mit Petra Lüdorf aus der Jugendsozialarbeit an unserer Schule. Neben den ohnehin gesetzten Unterrichtsinhalten stehen gerade die individuelle pädagogische Begleitung im ganztägigen Lernen im Mittelpunkt. Hierzu wurden im Rahmen regelmäßiger Teamsitzungen wesentliche Zielsetzungen entwickelt, die während des laufenden Schuljahres realisiert, evaluiert und schließlich verifiziert werden. Die Begleitung durch die Jugendsozialarbeit ist somit von Anfang an untrennbar mit dem Schultag verbunden und muss ein wichtiger Teil des Kernbereichs der GGS werden.

Räumliche Ausstattung

Die räumliche Ausstattung umfasst drei permanent nutzbare Klassenzimmer, die je nach Bedarf Verwendung finden: Unterricht im Plenum, Teilung der Klasse zur individuellen Förderung und Intensivierung, Aufenthalt in Pausen und Erholungszeiten sowie kleine Projekte.

Wahlkurse

Am Mittwochnachmittag haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, das Wahlkursangebot der Schule zusammen mit den anderen Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Kirchheim zu besuchen. Hier können sie sich ganz nach ihren Interessen ausleben und die jeweils richtige Form der Erholung wie Kontrastierung finden. Das Programm bietet hierzu Kurse in TaeKwonDo (Herr Hegner von der Taekwondo-Schule Kirchheim), Akrobatik (Frau Simpson), Kunst AG (Frau Baltzer), Schülerzeitung (Frau Meyer, Frau Metz), Schulspiel (Frau Reitlinger / Herr Scheibe) und Forscherwerkstatt (Frau Wefers / Herr Link). So gelingt es, ein Angebot zusammenzustellen, das Körper und Geist in seiner Einheit anspricht und den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit gibt, den Schultag bis 16:00 Uhr sinnvoll und kindgemäß zu erleben. Ganztägiges Lernen beansprucht einen Großteil der Energie des Tages für die Schule. Ein vollwertiges Mittagessen und die Möglichkeit den eigenen Neigungen nachzugehen sind daher ebenfalls wichtige Rhythmisierungsbestandteile.

Unterrichtsrhythmus

Der Unterrichtsrhythmus wurde insoweit verändert, dass die zusätzlichen acht Stunden des Budgets effektiv auf die Lernzeit verteilt wurden, um den Lernerfolg besser erreichen zu können. Somit ist eine sinnvolle Stoffstreckung zugunsten der intensiveren und individuelleren Lernzeit möglich.

Die verlängerte Mittagspause mit bildet einen Übergang vom Lernen am Vormittag in den Nachmittag mit all seinen veränderten Herausforderungen des Unterrichts. Es ist hierbei von großer Bedeutung, dass die Schülerinnen und Schüler in daran orientierten offen Formen und ganzheitlichen Methoden Inhalte und Kompetenzen in den jeweiligen Fächern aufzunehmen ermöglicht wird.

Die Stunden am Nachmittag werden schwerpunktmäßig zur Intensivierung, Vertiefung und Einübung des Unterrichtsstoffes in Kleingruppen verwendet. Hier stehen den Schülerinnen und Schülern an fast allen Nachmittag pro Klasse jeweils zwei Lehrkräfte zur Verfügung, so dass sie viel individueller und intensiver betreut werden können.

Wie bereits erwähnt, können die Schülerinnen und Schüler am Mittwochnachmittag eines der Wahlkursangebote besuchen, um so  Abwechslung und Entspannung in den doch sehr langen Schulalltag zu bringen.

Wohlfühlen in unserem Gymnasium, Freude am Lernen und Spaß miteinander

Dieser kleine Einblick in die Eckpunkte der gebundenen Ganztagsschule soll auch den allerwichtigsten Teil berücksichtigen: Wohlfühlen in unserem Gymnasium, Freude am Lernen und Spaß miteinander. Die Tutoren (Schülerinnen und Schüler der Oberstufe 10-12) greifen hierzu wöchentlich im ersten Halbjahr auflockernd ein und erweitern mit Spielen, Toben und anderen Gemeinschaftsaktivitäten den Alltag der Kinder. So kann der Start in einen neuen und spannenden Schulabschnitt fröhlich und offen gelingen. Gerade der Übertritt stellt in diesem Bereich die Ganztagsschule vor eine bedeutende Herausforderung: Ankommen am Gymnasium. Es braucht Geduld, Zutrauen, Gelassenheit und Dasein von allen Beteiligten – Kindern, Lehrkräften und Eltern! Die ersten Wochen des Schuljahres 2014/15 zeigten dies, und darüber hinaus, dass die Schulfamilie existiert und da ist, wenn man sie braucht.