Fahrtenprogramm

In fast allen Jahrgangsstufen werden unterschiedliche Fahrten oder Austauschprogramme angeboten und durchgeführt:

Jgst. Ziel/Zweck der Fahrt Zeitraum
5 Schullandheimaufenthalt mit Tutoren 2 Tage
6 Skilager in Wagrain (Österreich) 5 Tage
7 Projekt 7 2 Tage im JUZ + 1 Tag
8 Projekt 8

Französisch: Austausch mit Paris
2 Tage im JUZ

8 Tage
9 Besuch der KZ-Gedenkstätte Dachau 1 Tag
10 Französich: Austausch mit Paris und Grenoble
Fahrt zum Deutschen Bundestag (Berlinfahrt)
Austausch mit Polen für Interessierte
8 Tage
3-4 Tage
7 Tage
Q11 Studienfahrt in verschiedene Städte (kursweise) 3-4 Tage

Darüber hinaus bemühen wir uns um die Organisation eines Austauschprogramms mit England.

… weil Polen unser Nachbar ist

Das ist schon was Besonderes, so ein Austausch mit Polen. Nicht nur, dass bisher kein Schüler so genau wusste, was das wohl für eine Währung ist, die es dort drüben gibt. Yen, Dollar oder doch Euro?

Und dabei ist das Land ja ganze 90 km weit entfernt, zumindest von unserer Hauptstadt aus. Aber deshalb gleich rüber fahren? Wo doch Frankreich, wenigstens gefühlt, so unendlich viel näher liegt.

Was soll' s. Wir haben es trotzdem angepackt und nicht bereut. Die Menschen, Schüler wie Lehrer und auch der „Rest“, haben sich als ganz umgängliche Leute erwiesen und da würde uns schon etwas fehlen, wenn wir nicht regelmäßig, alle zwei Jahre, mal rüber fahren würden. Das kann nichts schaden und nett ist es obendrein.

Nicht erst der Ausflug in die Karpaten, wo wir im schönen Bergdorf Szczawnica mit einem Bein auf polnischer und mit dem anderen auf slowakischer Seite stehen, begeistert uns - Zakopane wurde uns fürs nächste Mal versprochen -, nein auch Krakow, die Stadt mit dem Wawel hoch über der Weichsel und dem jüdischen Kazimierzviertel und Oskar Schindlers Fabrik, zieht uns in ihren Bann.

Nicht nur dass sie, was keinen ob ihrer Schönheit erstaunt, zum Weltkulturerbe zählt und eine gigantische „Unterwelt“ direkt unterm Rynek, dem altehrwürdigen Marktplatz, hat, nein unendlich viele schöne Ecken gibt es da, auch wenn sich Schüler vorzugsweise bei MC und H&M verschanzen. Jedem das Seine, am Ende zählt doch der gemeinsame Spaß. Und auf den kommt es ja bekanntlich an.

Schließlich dient der von EU Geldern bezuschusste Austausch maßgeblich nicht dem Sightseeing auf dem Oberdeck eines Doppeldeckerbusses, sondern allem voran dem Kennenlernen der anderen, die aus einer für uns ganz fremden Welt kommen.

Sie sind es, um die es geht. Und welche Projekte auch immer dann zum Laufen kommen, was mal leichter und auch mal schwieriger ist, mit ihnen steht und fällt diese gemeinsame Zeit.

Klischees und Vorurteile gibt es auf beiden Seiten. Sie benennen zu dürfen und dann mit den anderen darüber ins Gespräch – in der Regel auf Englisch – zu kommen, tut gut. Baut innere Schranken und Blockaden ab, die erst fallen, wenn der Andere in seiner Eigenheit gesehen und am Ende vielleicht auch ein bisschen besser verstanden wird. Das ist ein hehres Ziel. Gelingen tut es nicht immer und schon gar nicht an einem Tag. Es ist ein Prozess, der in Gang kommen kann, wenn beide Seiten es wollen, sonst ist ohnehin alles (?) vergebens.

Und natürlich gibt es dort auch Auschwitz, wo wir hingeführt werden, nicht jedes Mal, natürlich nicht. Aber es gehört dazu, zur gemeinsamen Geschichte.

Außerdem gehören die gemeinsamen Abende am Lagerfeuer im weitläufigen Garten der JBS und die kleinen Filme für das Videowörterbuch dazu, die die Schüler ganz allein und einfach so mal eben drehen, einen ganzen Abend lang und uns dann am Ende präsentieren, wo wir es kaum glauben können, wozu diese Schüler – gemeinsam – in der Lage sind.            

Und so viele kleine Begebenheiten, die es dort gibt, beim Kochen zusammen in der Küche oder auch beim Tanzprojekt, wo plötzlich die letzte Berührungsangst fällt -

es ist ein immer wieder ausgelassenes Zusammensein, das Grenzen und Welten zu   überschreiten vermag und so einen neuen, unverstellten Blick auf den anderen und seine Welt ermöglicht.

 Und ehe man sich' s versieht, sind die Tage, vier oder fünf, dann auch schon gezählt und es gilt Abschied zu nehmen. Und wie gut, dass es da Facebook gibt, wodurch dieser Kontakt, dieses In-Berührung-gekommen - sein dann nicht selten doch erhalten bleibt. Ob für ein Leben oder nur einfach so mal zwischendurch – die Erfahrung des Austausches bleibt bestehen und mit ihr die Erfahrung der Herzlichkeit des anderen, der nicht nur mit Zlotys auskommen muss, sondern sich freut, mal da gewesen zu sein. In Monachium und Krakow, einfach mal dort, wo man sonst vielleicht nie hin kommen würde. Einfach so, weil' s eben Polen, unser Nachbar, ist.

Aus dzien dobry wird do widzenia und wir freuen uns auf das nächste Mal.

D. Czerner-Wiese

Schülerbegegnung Weißrussland

Warum lädt das Gyki Schüler aus Gomel ein?

Schülerbegebnung mit Weißrussland

Am Ende eines jeden Schuljahres erhöht sich leicht die Anzahl der Schüler am Gymnasium und das Pausenvokabular wird  durch russische Wörter erweitert. Warum? Das Gyki lädt Schüler aus Gomel ein!
Dieses Projekt entstand bald nach der radioaktiven Katastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986, als von Kirchheim aus Hilfskonvois in das sehr belastete Gebiet im Süden von Weißrussland organisiert wurden. Auch drei Lehrer des Gymnasiums, Herr W.Buergel-Goodwin (a.D.), Herr G. Büttner (a.D) und Herr J. Scheibe, nahmen als LKW-Fahrer daran teil. Hieraus entwickelten sich Kontakte zwischen dem Gomler Deutsch¬lehrer Eugen Woitenko und unserer Schule, da durch die Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl das Gebiet um Gomel eines der am meisten kontaminierten ist.
Auf Grund dieser Begegnung wurde die Idee geboren, Schülerinnen und Schüler aus Gomel nach Kirchheim an unsere Schule einzuladen. Schon im Folgejahr konnte die erste "Schülerbegegnung Gomel – Kirchheim", wie wir das Projekt nannten, stattfinden. Viele der Gastfamilien dieser ersten elf Gomeler waren von Ihren Schülern so begeistert, dass die gleichen auch in den Folgejahren eingeladen wurden.
Seit 1993 werden regelmäßig am Ende eines Schuljahrs für circa drei Wochen Schüler aus der Gomeler Schule "mit erweitertem Deutsch" von hiesigen Familien als Gastgeber und von unserem Gymnasium als Gastschule eingeladen.
Mit unserer Einladung verfolgen wir neben dem humanitären Gedanken auch den Gesichtspunkt der kulturellen Begegnung; durch den Einbezug vieler Schüler in diese Begegnungen können wir den Horizont in Richtung Ost¬europa erweitern. Dass die Einladungen kontinuierlich über die Jahre erfolgten, ist u.A. der Initiative des Deutschlehrers Eugen Woitenko zu verdanken, der seine Gruppe seit dem ersten Jahr hier in Kirchheim verantwortungsvoll betreut. Einen großen Dank sprechen wir allen Gastfamilien aus, die in den vergangenen Jahren Schüler aus Gomel bei sich aufgenommen haben, und ohne deren persönliches Engagement und finanzieller Unterstützung das Projekt auch heuer – im 27. Jahr – nicht bestehen könnte.
Obwohl die Folgen (Karzinome, Missbildungen, niedrige Lebenserwartung usw.) der Tschernobyl-Katastrophe in den unmittelbar betroffenen Gebieten täglich präsent sind, verblasst bei uns die Erinnerung daran immer mehr. Dies bewirkt einen stetigen Rückgang der Gastfamilien. In diesem Jahr konnten wir nur neun Gastfamilien finden, die ein Kind aufnehmen. Diese Kinder besuchen uns heuer vom 11.07. bis 31.07. und freuen sich schon sehr darauf.
Wenn Sie auch Teil des Programms werden wollen, dann melden Sie sich im Sekretariat oder bei der Lehrerin Frau Sauer direkt. Wir freuen uns auf jeden Neuling in unserer Gomel-Familie!
Es wäre toll, wenn  in Zukunft wieder mehr Kirchheimer Gymnasiasten ihr Zimmer teilen und ein Gastkind bei sich aufnehmen. Für einen spannenden Einblick in ein vollkommen anders gelebtes Leben.

Ellen Sauer, Organisatorin der Schülerbegegnung