Ethik

Der Ethikunterricht ist für all jene Schüler Pflichtfach, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen, sei es, weil sie keiner Religionsgemeinschaft angehören oder den Ethikunterricht wählen wollen.

Für Schüler, die einem Bekenntnis angehören, setzt der Besuch des Ethikunterrichts eine formlose schriftliche Abmeldung vom Religionsunterricht voraus. Sie muss spätestens am letzten Unterrichtstag des Schuljahres mit Wirkung für das folgende Schuljahr im Sekretariat der Schule eingereicht werden.

Ziele des Ethikunterrichts

Beitrag zur Persönlichkeitsbildung

Kognitives Lernen
Moralisches Lernen
  • Systematische Beschäftigung mit
    • relevanten Themen der Gegenwart
    • der Sinnfrage
    • Werten und Normen
  • Förderung eines reflektierten Zugangs zu sittlich bedeutsamen Gegebenheiten
  • Kognitives Verständnis davon, welche Werte und Normen gelten und warum
  • Vertiefung der Sprachkompetenz im ethischen Argumentieren
  • Eigene durchdachte Position zu einem Thema formulieren
  • Weltoffenheit und Aufgeschlossenheit
  • Engagement für Werte und Normen
  • Eine Vorstellung von den emotionalen Konsequenzen entwickeln, die eine Handlung für eine fremde Person hat (Empathie) und einen Ausdruck dafür finden
  • Förderung von Empathie, sozialer Intelligenz und Toleranz
  • Motivation für ein Leben, das sich an Werten orientiert (Bezug zur Sinnfrage)
  • Bereitschaft, in Entscheidungssituationen Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen

Schwerpunkte im Unterricht

Situationen und Probleme aus dem unmittelbaren Erfahrungsbereich der Schüler im Schul- und Lebensalltag werden im Ethikunterricht thematisiert:

  • Dazu bespricht und prüft die Klasse Handlungsalternativen und entwickelt gemeinsam Vorschläge zum rationalen Umgang mit Problemen und Konflikten, wobei die Schüler auch aufgefordert werden, sich in die Position der einzelnen Personen eines Fallbeispiels zu versetzen und aus den verschiedenen Perspektiven heraus zu argumentieren.

Vier Schwerpunkte charakterisieren in unterschiedlicher Gewichtung und Verknüpfung alle Jahrgangsstufen

  • Der Einzelne und die Gemeinschaft
  • Urteils- und Handlungskompetenz
  • Religionen und ihre Ethik
  • Bereichsethiken und fächerverbindene Fragen

Über die Jahrgangsstufen hinweg weitet sich der Blick der Schüler auf größere Zusammenhänge und wichtige ethische Probleme und Antworten

  • Anhand von Informationen über Weltanschauungen und Religionen erweitern, überprüfen und festigen die Schüler ihr eigenes Welt- und Menschenbild. Dies ermöglicht eine vertiefte Behandlung von grundlegenden Fragen menschlicher Existenz, wie den Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach Freiheit, Gerechtigkeit und Glück.

  • Dabei stützt sich der Ethikunterricht auch auf Aussagen anderer wissenschaftlicher Disziplinen wie z.B. der Anthropologie, der Psychologie, der Philosophie, der Theologie, der Biologie und Soziologie und stellt damit die Fragen nach dem Menschen und seinem Leben im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses.

  • Die Lektüre geeigneter Texte wichtiger Autoren regt zur Auseinandersetzung mit deren
    ethischen Aussagen über die Bedingungen eines moralisch verantwortbaren Lebens an und dient der Vertiefung und kritischen Prüfung jener Aussagen und nicht zuletzt der Sprachkompetenz im ethischen Argumentieren.

Der Ethikunterricht setzt sich einen hohen Anspruch

  • Die Ziele und Inhalte des Ethikunterrichts beinhalten letztendlich immer die Aufgabe, neben all der Wissensvermittlung auch die Empathie, soziale Intelligenz und Toleranz der Schüler zu fördern.
     
  • Der Ethikunterricht will junge Menschen auf ihrer Suche nach einer verlässlichen moralischen Orientierung in der komplexen Welt von heute unterstützen und ihnen für ihr Handeln eine ethische Entscheidungskompetenz vermitteln.
Ethik als Abiturprüfungsfach

Jeder Schüler kann Ethik als Unterrichtsfach wählen. Zieht er jedoch Ethik als Abiturprüfungsfach in Betracht, ist Folgendes zu beachten (§79 (1) 3 GSO):

Hat der Schüler den Ethikunterricht in der Jahrgangsstufe 10 besucht, kann er Ethik als Abiturprüfungsfach wählen.
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Hat der Schüler beim Eintritt in die Jahrgangsstufe 11 zu Ethik gewechselt, ist das neue Fach als Abiturprüfungsfach zulässig, wenn er zu Beginn der Jahrgangsstufe 11 durch eine Feststellungsprüfung die Kenntnisse der Jahrgangsstufe 10 nachgewiesen hat. Bei einem späteren Wechsel scheidet Ethik als Abiturprüfungsfach aus.