Erasmus+

Im Rahmen des Erasmus+ Programms der EU wurden vom Gymnasium Kirchheim zwei Anträge gestellt und auch von der EU bewilligt:

K1 Gyki goes international

Ab Juni 2016 bereisten sieben Lehrer und Lehrerinnen das europäische Ausland, um sich zu den dem Entwicklungsplan entsprechenden Themen fortbilden zu lassen und einen Blick über den bayerischen Tellerrand zu werfen.

K2 Live and Share

Zusammen mit einer Schülergruppe besuchten ab November 2018 Lehrer und Lehrerinnen jeweils eine belgische, eine englische und ein französische Schule zum Austausch von „good practice“.

Lehrkräfte unterwegs mit Erasmus+
Die virtuelle Plattform eTwinning

Um dieses Ziel zu erreichen wurde anfangs des Jahres 2016 ein KA (Key action = Leitaktion) 1-Antrag bei der EU im Rahmen des Erasmus´Programms mit diesem europäischen Schulentwicklungsplan eingereicht:

Zur Erweiterung der interkulturellen und methodischen Kompetenz unserer Schule liegen unsere Schwerpunkte auf folgenden Bereichen:

Bereich 1: Inklusion

Der Blickwinkel auf das Thema Inklusion soll mit Blick auf Lösungen im europäischen Ausland geschärft und gestärkt werden, um die berufliche Kompetenz hinsichtlich Inklusion unserer Klassenteams zu stärken.

Bereich 2: Internationalisierung und Werteerziehung

Wir wollen die Qualität des Unterrichts durch Methodenvielfalt verbessern unter Einbeziehung der Vorgehensweise anderer europäischer Länder und damit unser internationales Profil stärken. Wir wünschen uns einen intensiveren Kontakt mit Schulen im europäischen Ausland auf Lehrer- und langfristig auch auf Schülerebene. Im Rahmen unserer Werteerziehung, die eine hohe Priorität an unserer Schule darstellt, möchten wir, dass sich sowohl unsere Lehrer als auch unsere Schüler zu mündigen europäischen Bürgern weiterentwickeln, die sich im europäischen Kontakt mit einem hohen Maß an Toleranz und gegenseitigem Respekt begegnen.

Bereich 3: Lernumgebung

Ideen zur Entwicklung eines Schulgebäudes mit Lernumgebungen, die das individuelle und selbst organisierte Lernen unterstützen, werden im europäischen Ausland gesammelt und in die Planung unserer neuen Räume und dem neuen Schulgebäude einfließen.

Dieser KA1-Antrag wurde bei der nationalen Agentur eingereicht und im Mai 2016 bewilligt. Dies bedeutete für unsere Schule, dass Gelder von der EU zur Verfügung gestellt wurden, um Lehrern Fortbildungen und Schulbesuche im europäischen Ausland zu ermöglichen.

In den folgenden 14 Monaten besuchten acht KollegInnen Fortbildungen und Schulen in ganz Europa und setzten sich dabei mit interessanten Themen auseinandern, wie z.B. New learning environments - What kind of schools we should build in a future? How to make your school more international, Inclusive education: tackling with classroom diversity and early school leaving.

Ziel dieser Maßnahmen war es, den Kontakt mit Schulen im europäischen Ausland auf Lehrer- und langfristig vor allem auf Schülerebene zu intensivieren.

Viola Hammerer für das Erasmus Team

Auf dem Weg zum Projekt "Live and Share"
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So hat unser Projekt „Live and Share“ begonnen:

Bei einer Erasmus-Fortbildung in Island lernte Frau Hammerer den belgischen Lehrer Johan Vanhouwart kennen. Beide hatten das Ziel, ein Erasmus-Projekt mit Schülern durchzuführen.

Herr Vanhouwart hatte bereits gute Kontakte zu einer französischen Schule in der Bretagne und einer englischen Schule in Kent und so entstand das europäische Projekt Live and Share:

In 2018 we want to celebrate the 100th anniversary of World War 1. Our children from 10 - 12 years old of this partnership want a safer and more peaceful world. We want to increase cultural and linguistic awareness as a driver for social inclusion and educational achievement. By working together, learning from each other, sharing expertise and methods. Learning through sports, ICT and art provides excellent alternative and motivated stimulation to recognise and celebrate "differences". We want to share and to announce the ideas and methods of restorative practices. The need to restore good relationships when there has been conflict or harm; and develop a school ethos, policies and procedures that reduce the possibilities of conflict and harm. A photo art book will be composed with reference to restorative practices.

Hundert Jahre nach Ende des ersten Weltkrieges sollten sich junge Menschen aus den damals beteiligten Ländern Belgien, Frankreich, Großbritannien und Deutschland treffen, um sich im Miteinander sein und im Erfahrungsaustausch kennenzulernen.

Und so ging es weiter:

Nachdem das Projekt von der EU genehmigt worden war, fanden schon im Schuljahr 2017/2018 die ersten Begegnungen statt und die Projekttage wurden genutzt, um den Aufenthalt der Schüler in München vorzubereiten. Herr Vanhouwart besuchte im Dezember 2017 unser Gymnasium und zusammen mit Frau Dunkel, Frau Hammerer und Frau Stadler wurden erste Pläne geschmiedet.

Eine Idee unserer Schüler war es, eine Stadtrallye mit unseren Besuchern aus Belgien, England und Frankreich zu unternehmen. Bei den Projekttagen im Juli wurde diese Projektidee bereits umgesetzt. Der Weg führte vom Marienplatz über die Feldherrnhalle und das Kriegerdenkmal des ersten Weltkriegs zur Denkstätte „Weiße Rose“ in der Ludwig-Maximilians-Universität.  Dabei wurden historische Szenen nachgespielt oder in Standbildern nachgestellt: das Drückebergergäßchen, die Euphorie zu Beginn des 1. Weltkrieges oder das Verteilen der Flugblätter der Geschwister Scholl.

Das Projekt begann in der Erinnerungswoche zum Ende des 1.Weltkriegs am 11.November 1918:

Nach einigen Skype-Meetings der Lehrer und sehr vielen Mailkontakten wurde der Termin für das das Kickoff-Treffen in Kortrijk/ Belgien festgelegt. Der Zug nach Belgien wurde gebucht und am 12. November fuhren acht Schüler zusammen mit Frau Dunkel und Frau Hammerer nach Belgien. Davor gab es einige proaktive Aufgaben zu lösen. Fächerübergreifender Unterricht war angesagt.

 Im Informatikunterricht wurde zusammen mit Herrn Wagner ein Logo für das Projekt entwickelt. Ein Twinspace wurde über das europäische Portal „etwinning“ eingerichtet. Zudem stellten die Kinder ihre Porträts in den Twinspace. angelehnt an die Lektüre aus der 5. Klasse „Wunder“ sollten sie beschreiben, was für sie normal ist, was sie sich von der Zukunft wünschen, und ein Erlebnis erzählen, das sie sehr berührt hat. Die Portraits wurden im Deutschunterricht erstellt und im Englischunterricht übersetzt:

A normal day in my life

My wishes for the future

Best moments of my life

Zusammen mit Herrn Iser wurde im Musikunterricht das Lied „Lilli Marleen“ einstudiert. Dieses Lied erlangte erst im zweiten Weltkrieg Weltruhm, wurde aber bereits zur Zeit des 1.Weltkrieges von Hans Leip am Abend, bevor er in den Krieg zog, geschrieben.

Viola Hammerer für das Erasmus Team

1. Treffen in Kortrijk (Belgien)
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Das Kirchheimer Logo für "Live and Share"

Mit der belgischen Schule Sint-Paulus, der französischen Schule College Saint Michel, der englischen Schule St.Peter´s Primary School und dem Gymnasium Kirchheim.

Tag 1 Schultag Kortrijk

Impressionen von Jamie, Nico, Annika und Sophie

„Wir haben neue Freunde gefunden.“

Und das haben sie: beim Bauen eines Friedensdenkmals aus Bambusstöcken mit den belgischen Schülern oder beim Backen von „Peace Cookies“, beim Fußballspielen mit englischen Schülern, auf dem Schulhof von Sint-Paulus, beim Frühstück und Abendessen mit den englischen und französischen Schülern und dem Geburtstagssong für Eline in drei Sprachen beim abendlichen Pizzaessen oder zuletzt beim Schreiben unserer Geschichte „live and share“.

 

Tag 2 Sightseeing Brügge

Impressionen von Anna und Eline

„Internationales Eislaufen macht Spaß.“

Und nicht nur das: belgische Waffeln „pimp up your waffle“ essen, Schokolade einkaufen auf Englisch in der wunderschönen Einkaufsstrasse oder auf dem idyllischen Marktplatz, mit den anderen Kindern in einem Jugendzentrum toben und anschließend zum Eislaufen gehen, wobei die deutschen Schüler den englischen gegenüber eindeutig im Vorteil waren.

 

Tag 3 Ypern

Impressionen von Bastian und Benjamin

„Wir haben gelernt, was die roten Mohnblumen bedeuten.“

Und die begegneten uns überall: schon in München auf dem Königsplatz, und dann in Ypern auf den Friedhöfen und abends am Menin Gate. John McCrae, ein kanadischer Arzt und Soldat im 1.Weltkrieg hat das Gedicht „In Flanders Fields“geschrieben:

In Flanders Fields (By John McCrae)

In Flanders fields the poppies blow

Between the crosses, row on row,

That mark our place; and in the sky

The larks, still bravely singing, fly

Scarce heard amid the guns below…

Und damit erschloss sich uns endlich die Bedeutung der roten Mohnblumen. Unser Tourguide erzählte uns von dem Gedicht von John McCrae. Die Mohnblumen sollen an die gefallenen britischen Soldaten erinnern, die nach einem Regierungsbeschluss auch heute noch dort begraben werden müssen, wo sie fallen. Danach besichtigen wir einen Schützengraben und konnten ein wenig davon nachempfinden, wie die Soldaten sich damals gefühlt haben müssen. Abends nahmen wir an der Last Post Ceremony am Meninggate teil. Drei aus unserer Gruppe legten zusammen mit dem Direktor der belgischen Schule einen Kranz ab, für Erasmus und unser Projekt im Gedenken an die vielen Toten, die in diesem sinnlosen Krieg gefallen sind.

Uns allen wurde klar, dass ein gutes Miteinander in Europa sehr wichtig ist, um in der Zukunft, solche Kriege zu verhindern. Wir haben zusammen gegessen, gespielt, gearbeitet (live) „and“ unsere Erfahrungen geteilt (share).

Unsere nächste Fahrt geht nach England zur St.Peter´s School.

2. Treffen in Canterbury (England)

1. Tag: Besuch der St. Peter´s Church School in Aylesford

Impressionen von Alina, Lucy und Johanna

Wo sieht man Vierjährige in Schuluniform und Krawatte auf dem Dreirad? Das kann nur in England passieren, und so auch in St. Peter´s, einer kleinen, gemütlichen und recht kuschligen Schule in Kent.

Bei unserem Besuch führte uns Direktor Jim Holditch persönlich durch die Schule und auch durch alle Klassen von der Reception - der Anfangsklasse mit vier Jahren - bis ins Year Six. Er machte mit uns, seinen Schülern und Lehrern Scherze und ließ uns so an der ungezwungenen und offenen Atmosphäre der Schule teilhaben.

Anschließend sprachen wir mit Schülern, bauten zusammen ein „Shelter“, spielten Fußball, aßen gemeinsam und durften das schuleigene Meerschweinchen streicheln. So fühlten wir uns sofort wohl und übten unser Englisch.

Nachmittags ging es zum Bowling in Maidstone. Wir bildeten gemischte Teams aus belgischen, französischen und deutschen Schülern und auch die Lehrer spielten in einer internationalen Mannschaft.

Abends ging es zurück in die Jugendherberge in Canterbury und zum Dinner.

 

 2. Tag: London

Impressionen von Leo, Leonard und Johanna

Ganz früh nahmen wir den Zug nach London und kamen an der Victoria Station an. Dort stiegen wir in die Tube/Circle Line zum Tower Hill, wo uns strahlender Sonnenschein begrüßte. Unser Traum wurde wahr: der Tower of London und die Tower Bridge lagen direkt vor uns. Wir konnten es kaum glauben, dass wir wirklich in London waren, und es kam noch besser: Mit dem Wassertaxi ging es weiter auf der Themse direkt zum London Eye. Auf dieser Fahrt sahen wir viele der bekannten Sehenswürdigkeiten: St.Paul`s, Tate Modern, das Globe Theatre, Houses of Parliament, Big Ben und schließlich das London Eye, das uns in schwindelnde Höhen trug. Die Sonne schien und die Aussicht war atemberaubend. Als wir den höchsten Punkt erreicht hatten, sahen wir auf den Trafalgar Square mit der Nelson Statue und in der Ferne sogar den Buckingham Palace.

Im Anschluss an dieses unvergessliche Erlebnis ging es zu Fuß weiter über Whitehall vorbei an Downing Street Nr. 10 zum Buckingham Palace und danach zum Trafalgar Square.

Wir beschlossen den Abend in Covent Garden mit einem gemeinsamen Pizzaessen.

 

3. Tag: Canterbury

Impressionen von Helen und Marie

Ausgehend von der Cathedral machten wir eine „Treasure Hunt“ rund um Canterbury entlang der Stadtmauer und der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dabei lernten wir sehr viel über die Geschichte Englands und die der Stadt Canterbury. Mit Hilfe unserer Englischlehrer gelang es uns die englischen Hinweise zu entschlüsseln, wobei uns unser Harry Potter Wissen ebenso half, denn, wer weiß sonst schon, was ein „Griffin“ ist. Nicht nur unser Wissen wurde getestet, sondern auch unsere Schnelligkeit und unser Einfallsreichtum waren gefordert, weil die belgische Schülergruppe uns stets dicht auf den Fersen folgte. Glücklicherweise spielte das Wetter mit, sodass wir die zwei Stunden bei vollem Sonnenschein genießen konnten. Nachmittags blieb Zeit zum Shoppen, schließlich waren die Mitbringsel für unsere Familien auch wichtig.

Abends hatten wir in der Jugendherberge einen vergnüglichen Abschiedsabend bei indischem „Take Away“.

Auf unserer Fahrt haben wir England kennen und lieben gelernt: Full English Breakfast with hash browns, baked beans, scrambled eggs, bacon and tomatoes, fish and chips, an English primary school with school uniforms, a playground, a very interesting assembly hall, a very kind and funny headmaster, an extremely friendly staff, Indian food, English people – we talked to during the treasure hunt – London sights and so much more. We lived and shared English lifestyle.

Helen, Johanna, Leo, Leonard, Marie, Lucy und Alina aus der 6g zusammen mit Frau Stadler und Frau Hammerer für das Erasmus Team